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Darmtherapie / Mikrobiomtherapie

Darmtherapie / Mikrobiomtherapie – Ziel und Ansatz

Ziel einer Darmtherapie/Mikrobiomtherapie ist es, das Mikrobiom (= Gesamtheit aller Mikroorganismen) wieder ins Gleichgewicht zu bringen, bestehende Entzündungen zu reduzieren und die Verdauungsleistung wiederherzustellen.

Was ist eine Dysbiose?

Eine Dysbiose beschreibt ein Ungleichgewicht der Darmflora. Sie kann nicht nur Verdauungsprobleme verursachen, sondern auch Beschwerden begünstigen, die auf den ersten Blick nicht mit dem Darm in Verbindung gebracht werden.

Mögliche Symptome einer Dysbiose

Typische Beschwerden können unter anderem sein:

  • chronische Beschwerden des Verdauungstrakts wie Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Intoleranzen gegenüber Laktose, Fruktose, Gluten oder Histamin
  • erhöhte Infektanfälligkeit und wiederkehrende Entzündungen (z. B. Atemwege, Harnblase)
  • Autoimmunerkrankungen wie Allergien, Heuschnupfen oder rheumatische Beschwerden
  • Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder ein dauerhaft schlechtes Hautbild
  • Müdigkeit, Erschöpfung, verminderte Leistungsfähigkeit / mangelnde Vitalität und Brain Fog
Zertifikat Darmgesundheitsexperte nach Dr. Selz

Diagnostik: Analyse des Mikrobioms

Nach einer ausführlichen Anamnese erfolgt die weiterführende Diagnostik mittels eines molekular-genetischen Stuhltests. Dieser untersucht:

  • häufigsten funktionelle Bakteriengruppen
  • den FODMAP-Index
  • einen möglichen Pilzbefall

Ausserdem werden wichtige Biochemische Marker getestet:

Wichtige biochemische Marker

  • Verdauungsrückstände zur Beurteilung der Verdauungsleistung
  • sIgA und EPX als Marker der Schleimhautabwehr
  • Calprotectin als relevanter Entzündungsmarker
  • Pankreaselastase und Gallensäuren
  • Zonulin als Hinweis auf ein Leaky-Gut-Syndrom
  • bei Bedarf: Histamin

Individueller Therapieplan und Begleitung

Auf Basis der Anamnese und der Testergebnisse wird ein individueller Therapieplan erstellt.
Die Behandlung erfolgt strukturiert und wird therapeutisch begleitet.

SiBO - „Small Intestinal Bacterial Overgrowth“-
Dünndarmfehlbesiedlung – Reizdarm

SIBO – Dünndarmfehlbesiedlung beim Reizdarmsyndrom

SIBO („Small Intestinal Bacterial Overgrowth“) bezeichnet eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms. Studien der letzten Jahre zeigen, dass bei etwa 60 % der Reizdarmpatienten eine SIBO vorliegt.

Ursachen und Entstehung einer SIBO

Der Dünndarm ist normalerweise keimarm, aber durch verschiedene Ursachen (z.B. Magen-Darminfekt, Antibiotikaeinnahme, Einnahme von Säureblockern, massive Ernährungsfehler und vieles mehr) können Bakterien aus dem Dickdarm in den Dünndarm aufsteigen und ihn überwuchern.

Typische Beschwerden bei SIBO

Durch die Fermentation von Kohlenhydraten entstehen vermehrt Gase (Wasserstoff und/oder Methan), die zu folgenden Symptomen führen können:

  • Blähungen und Bauchschmerzen, meist 30–120 Minuten nach dem Essen
  • Flatulenz
  • Durchfall und/oder Verstopfung, auch im Wechsel
  • Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme
  • Müdigkeit, Brain Fog und depressive Verstimmungen

Typischerweise helfen die üblichen Darmtherapien für Reizdarm nicht, auch Probiotika werden nicht gut vertragen. In Nüchternphasen (z.B. morgens) sind die Beschwerden meist deutlich geringer, nehmen im Tagesverlauf aber oft zu.

Diagnostik: Reizdarm-Atemtest

Der Reizdarm-Atemtest ist der beste Atemgastest für den Nachweis einer Dünndarmfehlbesiedlung und orientiert sich an internationalen Standards.

Behandlung einer SIBO

Die Therapie umfasst:

  • einen individuell angepassten Diätplan
  • pflanzliche Antibiotika
  • bei Bedarf Prokinetika
  • ggf. wiederholte Kontrolltests / Screenings
  • therapeutische Begleitung während des gesamten Behandlungsprozesses

Der SIBO-Atemtest sowie der Mikrobiomtest werden bequem zu Hause durchgeführt.